In der Provokationstherapie geht es darum "den Anker zu lichten", indem man emotionale und mentale Blockaden mit einem befreiten Lachen und überraschten "Aha!" auflösen und endlich wieder unbelastet zur neuen Ufern aufbrechen kann ...
Der Hintergrund
Auch ich habe viele Jahre herumgeeiert als die übliche Mischung von Lebensberater, psychologischem Berater und Coach ... Immer rechtlich leisetretend, damit ich bloß nicht rechtlich aufs Glatteis geriet in die Sparte beratender Psycholog ... Immer im inneren Zwiespalt mit dem Wissen, dass ein Coach eigentlich auch nichts anderes war, als ein freiberuflicher Psychotherapeut!
Dass Coach eigentlich von Kutsche abgeleitet war, erlebte der Klient immer dann, wenn er von weitreichender, und leider oft genug auch völlig unprofessioneller, Methodenkompetenz dann schlicht überfahren wurde ... Ich fand das alles irgendwie unzufrienstellend!
Ich geriet irgendwann in die Krise mit meinen Klienten, die - egal wie toll meine ganzen Lösungsvorschläge waren - immer nur "Ja, aber ... !" plärrten und alles kaputt meckerten!
Ich brannte aus - das konnte es jetzt doch echt nicht sein!
Und dann traf ich zufällig auf die Farrelly-Methode. Der Mann war nämlich in einer ganz ähnlichen Situation wie ich gewesen, und konnte plötzlich das trostlose und selbstmitleidige Gejammer seiner forensischen Patienten irgendwann nicht mehr ertragen! Da fing er eines Tages bockig an, sie zu bestätigen - ihre Klagen sogar noch aufzubauschen und alles noch viel schlimmer zu machen. Und etwas frappierendes geschah. Nun, wo "der Gute" nicht mehr Partei für sie ergriff und alles glättete, schaltete sich plötzlich "der Böse" ein und sagte: "Naja, aber ganz so doof bin ich ja nun doch auch nicht ..." Und was tat Farrelly? Der atmete nicht auf und sagte: "Stimmt. Endlich können wir arbeiten!", sondern der verschränkte die Arme und sagte lachend: "Sorry ... Ich kenne schon einige hier, die das sogar packen würden ... Aber dann gibt es da DICH! Vergiss es! Spar Dir die Mühe! Nimm ne Tablette und schieß Dich wieder ab - das ist besser für alle!"
Na, da war plötzlich was los!
Farrelly hatte, ohne Kenntnis der Hirnbiologie, nämlich gerade herausgefunden, dass die Verstärkung negativer Tendenzen zum Widerspruch reizte! Dass die schlichte Behauptung "Du kannst das nicht!" dazu reizt, zu widersprechen und zu beweisen, dass man es sehr wohl konnte! Und genau dieser kindliche Reflexbogen das ist es, was diese erstaunlich effektive Therapie ausmacht!
Wir versuchen hier mit Heiterkeit die Energie des Widerstandes in eine Energie GEGEN den Widerstand zu provozieren!
"Wie kommt man denn nur auf sowas?!", werde ich immer wieder gefragt. Naja, eigentlich eher so zufällig. Nicht jeder Therapeut kann provokativ arbeiten, das erfordert nämlich auch viel Querdenkertum, Unkonventionalität und Mut. Das muss man als Mensch mitbringen - dann entdeckt man diese spezielle und ungewöhnliche Therapie wie eine Offenbarung. Diese paradoxe Therapie ist aber nun trotzdem nicht für jeden!
Nicht für dünnhäutige Klienten, die auf den Arm und weiter jammern möchten ...!
Und nicht für Therapeuten, die emotionale Abstinenz lecker finden und sich nicht trauen voll einzusteigen ...! Wer keinen besonderen Sinn für Humor, Komik, Sarkasmus und Hintergründigkeit hat, ist ebenfalls nicht in der Lage diesen Beruf zu erlernen.
Und wer immer wieder fragt, wie weit man gehen darf, und ob es dafür festgeschriebene Regeln gibt, er hat das Prinzip nicht verstanden. Eigentlich kann man diesen Beruf gar nicht erlernen: Man hat es und man will es oder man hat es und man will es nicht. Punkt.
Und wer das jetzt provokativ findet, liest grad die richtige Website!
Ich hatte ja schon positive Erfahrungen mit Improvisations-Theater gemacht, wo die Mottos lauten: "Überrasch Dich selbst!"
"Da geht noch mehr!"
"Genieß es zu scheitern!"
"Sag niemals 'Nein'!"
Dieser freie Fall auf der Bühne ist nun ehrlich gesagt auch nicht gerade jedermanns Sache ...!
Hier durfte, nein, hier musste ich endlich die Wahrheit sagen, ungeschönt und direkt! Hier ging es nicht um die in der Branche immer noch geforderte emotionale und psychologische Abstinenz, sondern man stieg als Berater mit allem, was man zu bieten hatte voll mit ein! Hier ging es nicht nur um die Erfahrungen und Gefühle des Klienten, sondern als Spiegel auch um die des Beraters! Hier ging es sogar um weit mehr als nur Intuition, die ja in der Branche als Hokuspokus verschrien und natürlich verboten ist, hier musste ich hellfühlig und hellsichtig sein! Ich sollte sogar Gedankenlesen, etwas das verfehmt ist.
Meine Neigung zu unpopulären Fragen war hier sogar gerne gesehen! Und die miefige Ernsthaftigkeit war sogar kontraproduktiv, denn es durfte nicht nur, es musste zwingend gelacht werden! Ich wähnte mich im Hmmel angekommen: Meine ganze Sensibilität und Einfühlung, meine ungewöhnliche Gabe die Dinge präzise aber versöhnlich auszusprechen, meine unglaublich komische Art, mein Talent zur Improvisation, mein Hang zu kreativem Refraiming ... All das und noch viel mehr war hier nicht nur erlaubt, sondern gefordert!
Und das Schönste: Ich durfte endlich effektiv arbeiten - schon eine einzige Stunde konnte genügen, um einen therapeutischen Erfolg zu erreichen!
Es gibt nichts Besseres, um gegen Selbstabotage, Blockade und Erfolglosigkeit anzutreten!